• margitschmidinger

Mutter Erde, ich hör dein Rufen - Teil 2 - "Kraftort Wald"

Updated: Jun 15

In unserer globalisierten Welt, wo jeder jederzeit erreichbar ist, alle Informationen in sekundenschnelle überall verfügbar sind, fühlen wir uns oft verloren und allein. Wo ist mein Platz? Wo gehöre ich dazu? Was trägt wirklich?

Der Wald kann uns eine hilfreiche Spur weisen. Forscher entdecken gerade die tiefen Zusammenhänge des Waldes und finden dabei ein unglaubliches Netzwerk an aktivem Leben. Alles ist miteinander verbunden und voneinander abhängig. Pilze sind das soziale Netzwerk des Waldes, sie versorgen die Bäume mit Nährstoffen und Informationen oft über hunderte Meter - man spricht vom wood-wide-web.

Das Waldsterben betrifft uns, wir spüren, dass wir uns damit unserer Seele berauben. Der Wald, die Wildnis, die Bäume sind wie ein Spiegel unserer Seele. Schon Bernhard von Clairvaux (Mystiker) wusste: Die Bäume und die Steine werden dich Dinge lehren, die dir kein Mensch sagen wird.

Der Wald ist für uns Menschen mehr, als ein faszinierendes Ökosystem, das uns mit Sauerstoff versorgt. Wir können mit unseren Sinnen eintauchen, in eine mehr als menschliche Welt. Wir können den Wald riechen, mit seinen oft moosigen und feuchten Gerüchen, können in der Stille des Waldes das Rauschen des Windes wahrnehmen, das Zwitschern der Vögel. Hunderte Grün- und Brauntöne verzaubern uns durch den unterschiedlichen Lichteinfall und wir erfahren uns als Teil eines wunderbaren Schöpfungswerkes, das zu uns spricht: "Du gehörst dazu". Diese Erfahrung schenkt uns eine längere Zeit im Wald. Eine Zeit ohne Stress, ohne Leistung, ohne sportliche Herausforderung, nur schauend Sein. "Waldbaden" ist die trendige Bezeichnung dafür, immer mehr Menschen entdecken den Kraftort Wald.


Wenn ich mir vorstelle, Gott beobachtet mich, dann löst das ein bedrohliches Gefühl in mir aus, wenn ich mir vorstelle, Gott schaut liebevoll auf mich, dann fühle ich mich geborgen und gehalten. Mit diesem Blick des liebevollen Schauens wird uns der Wald zum Spiegel für die Seele und wir bekommen Antworten und Klarheiten für unseren spirituellen Weg. Die Bäume sind Heiligtümer. Sie predigen das Urgesetz des Lebens: "Himmel und Erde sind miteinander verbunden!" Und als Mensch sind wir ein Teil in diesem grenzenlosen Universum der Liebe Gottes. Ein Teil, nicht mehr, aber auch nicht weniger.


Naturübung Wilde Weisheit:

Markiere mit Naturmateralien eine Schwelle, halte kurz inne und mach dir bewusst, wofür du hinausgehst, welches Anliegen, welche Frage nimmst du mit. Gehe über die Schwelle und lass dich von deiner Intuition leiten, was zieht dich an, wo zieht es dich hin, lass dich finden von einem Platz einem Wesen, seiner Schönheit und Kraft.

Was siehst du. Schaue absichtslos. Erlaube dir zu staunen, zu genießen. Schaue liebevoll. Ohne Bewertung. Verweile oder gehe weiter, folge deiner Intuition. Kehre über eine Schwelle wieder zurück und schreib deine Erfahrungen nieder.