• margitschmidinger

Sei gut zu dir, wir brauchen dich!

Updated: Nov 10

Wenn ich an Selbstfürsorge denke, dann fällt mir die Katze ein, die sich hingebungs-

voll das Fell putzt, indem sie sich stundenlang mit der Zunge streichelt und sich selbst Gutes tut. Das Putzen dient der Körperpflege, macht ein glänzendes Fell, fördert die Durchblutung und schafft eine persönliche Duftnote. Durchschnittlich putzen sich Katzen drei Stunden täglich.

Klingt doch verlockend, oder? Könnten wir da nicht was lernen von unseren lieben Haustieren? Oder sind wir dann eitel, selbstverliebt und egoistisch?

Jesus würde sagen, nein. Denn als er gefragt wird, was das wichtigste Gebot sei, antwortet er mit dem 3fach Gebot der Liebe: Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten wie dich selbst (Mt 22). Das "wie dich selbst" hat man die letzten Jahrhunderte gern unter den Tisch fallen lassen, denn Menschen die sich selbst lieben sind schwer manipulierbar und lenkbar. Selbstfürsorge ist gefährlich, das wissen die Machthaber der Welt, denn sie macht Menschen mutig, stark und fördert ein eigenverantwortliches Leben.

Was antwortest du auf die Frage: Wer ist der wichtigste Mensch in deinem Leben?

Wenn du nicht mit "Ich selbst" antwortest, dann hast du noch Nachholbedarf in Sachen Selbstfürsorge. Gott hat dir dieses Leben geschenkt um ein Liebender, eine Liebende zu werden. Wie soll das gehen, ohne sich selbst wirklich zu kennen und sich mit all den Schattenseiten und Unzulänglichkeiten anzunehmen und ein liebevolles JA zu sich selbst zu finden? Und kann ich überhaupt den Nächsten lieben, wenn ich mich selbst abwerte und ständig an mir herumnörgle? Wird Nächstenliebe da nicht gerne für die eigenen Zwecke missbraucht, indem ich zum hilflosen Helfer werde?

Selbstliebe, Selbstfürsorge kann dein Leben sehr entspannen. Es braucht Achtsamkeit, Ehrlichkeit und die Bereitschaft, sich mit dem inneren Kritiker auseinanderzusetzen. Allzu oft ist es die Stimme unserer Eltern, Lehrer, die uns abwertet und uns das Gefühl gibt, wir müssen uns noch mehr anstrengen um geliebt zu werden. Oder Schuldgefühle sitzen tief in uns und vergiften die Beziehung zu uns selbst. Oder das Leben fühlt sich an wie ein Hamsterrad und du findest den Ausstieg nicht... Oder, oder....vieles hält uns ab uns selbst zu lieben. Oft ist es uns nicht bewusst. Dann schickt uns das Leben Gelegenheiten zum Lernen, indem wir im außen Konfrontationen erleben oder krank werden.

Wenn du beginnst, dein Herz zu berühren oder es berühren zu lassen, dann beginnst du zu entdecken, dass es bodenlos ist, dass es keine Grenzen hat, dass dieses Herz riesig, unendlich und grenzenlos ist. Du beginnst zu entdecken, wie viel Wärme und Mitgefühl, wieviel Liebe es dort gibt. (P. Chodrön)